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Die Teilungen des Horoskops: von der Hälfte bis zum Zwölftel

Leuchtender Kreis aus Goldlinien, der schrittweise in Hälften, Viertel, Achtel und Zwölftel geteilt ist
Ein einziger Kreis, mehrfach geteilt – jede Teilung beantwortet eine andere Frage.

Ein Geburtshoroskop ist ein Kreis mit 360 Grad, und dieser Kreis wird nicht einmal, sondern mehrfach geteilt. Jede Teilung ist eine eigene Brille: Die Zweiteilung fragt nach oben oder unten, die Vierteilung nach dem Grundton, die Zwölfteilung nach dem Einzelfeld. Wer die Teilungen auseinanderhält, verwechselt später Zeichen und Häuser nicht mehr.

Zwei Hälften – geteilt durch die Horizontlinie AC–DC: über und unter dem Horizont.

Vier Teile – einmal als Quadranten des Achsenkreuzes, einmal als die vier Elemente.

Zwölf Teile – zweimal: die gleich großen Zeichen und die ungleich großen Häuser.

Acht Teile – der Oktopos einer Spezialtradition, 45 Grad je Sektor.

Zwei-, Vier-, Acht- und Zwölfteilung in einem KreisEin Kreis mit vier Ringen. Der äußerste Ring ist in zwölf gleiche Felder zu dreißig Grad geteilt, der nächste in acht Felder zu fünfundvierzig Grad, der nächste in vier Felder zu neunzig Grad und der innerste in zwei Hälften durch eine waagerechte Linie.12 × 30°8 × 45°4 × 90°2 × 180°Horizontein Kreis · vier Teilungen · 360°
Grafik 1: alle Teilungen in einer Zeichnung – von außen nach innen die Zwölf-, die Acht-, die Vier- und die Zweiteilung desselben Kreises.

Die Zweiteilung: über und unter dem Horizont

Die einfachste Teilung braucht nur eine Linie: den Horizont. Er verläuft vom Aszendenten links zum Deszendenten rechts und trennt die obere Hälfte des Rades, in der die Planeten zur Geburtszeit tatsächlich am Himmel standen, von der unteren Hälfte, in der sie unter der Erde standen.

In der Deutung wird die obere Hälfte üblicherweise dem nach außen gewandten Leben zugeordnet, die untere dem nach innen gewandten. Sinnvoll ist das aber nur als Gesamtbild: Stehen acht von zehn Planeten unter dem Horizont, fällt das auf, und man sieht es ohne jede Einzeldeutung. Bei fünf zu fünf sagt die Zweiteilung schlicht nichts.

Eine zweite Zweiteilung läuft senkrecht dazu: Die Achse MC–IC teilt das Rad in eine östliche und eine westliche Hälfte, gelesen als Gewicht zwischen Eigeninitiative und Begegnung. Auch das ist eine Faustregel, kein Gesetz.

Die Vierteilung: zwei Dinge mit einem Namen

Beim Wort Vierteilung sind zwei verschiedene Dinge gemeint, und das sorgt regelmäßig für Verwirrung.

Die vier Quadranten

Legt man Horizont und Meridian zusammen, entsteht das Achsenkreuz mit vier Feldern – den Quadranten. Jeder enthält drei Häuser: der erste die Häuser 1 bis 3, der zweite 4 bis 6, der dritte 7 bis 9, der vierte 10 bis 12. Weil Horizont und Meridian den Tierkreis nur selten in genau neunzig Grad Abstand schneiden, sind diese Quadranten im Rad meist unterschiedlich groß.

Die vier Elemente

Die zweite Vierteilung betrifft nicht die Häuser, sondern die Zeichen: Feuer, Erde, Luft und Wasser mit je drei Zeichen, die im Rad ein gleichseitiges Dreieck bilden – 120 Grad Abstand, daher der Name Trigon. Diese Vierteilung hängt allein am Datum, nicht an der Uhrzeit – anders als das Häusergerüst, dessen Empfindlichkeit die Seite Umlaufzeiten der Planeten in Zahlen fasst. Ausführlich steht sie samt der Dreiteilung in Qualitäten auf der Seite Elemente, Qualitäten und Herrscher.

Wie sich diese Teilungen in einem konkreten Rad verhalten – Hälften, Quadranten, Elementbilanz –, sieht man am eigenen Horoskop am schnellsten. Bei stelluno wird es aus Datum, Uhrzeit und Geburtsort berechnet. Der Einstieg ist kostenlos.
→ Dein Geburtshoroskop mit Häusern und Elementbilanz

Die Zwölfteilung: zweimal zwölf, nicht einmal

Die bekannteste Teilung zerlegt den Kreis in zwölf Felder. Der Grund ist rechnerisch: 360 geteilt durch 12 ergibt glatt 30, die Teilung geht ohne Rest auf. Inhaltlich verbindet die Zwölf die vier Elemente mit den drei Qualitäten – vier mal drei ergibt zwölf Kombinationen, und jede kommt genau einmal vor.

Entscheidend ist, dass es die Zwölfteilung zweimal gibt, und zwar in zwei ganz verschiedenen Ausführungen:

TeilungFeldgrößeBeginnHängt ab von
Zwölf Zeichenimmer genau 30°WidderDatum
Zwölf Häuserungleich, z. B. 26°–38°AszendentUhrzeit und Ort

Beide Ringe liegen im Rad übereinander, fallen aber nicht zusammen: Die Hausgrenzen liegen mitten in den Zeichen. Deshalb liegt dasselbe Haus bei zwei Menschen in verschiedenen Zeichen, und deshalb reicht ein Haus fast immer über zwei Zeichen. Wie das im gezeichneten Rad aussieht, zeigt die Anleitung Geburtshoroskop lesen lernen.

Die Zeichen teilen den Kreis gleichmäßig und fragen: in welcher Färbung? Die Häuser teilen ihn ungleichmäßig und fragen: in welchem Lebensbereich?

Teilung und Aspekt sind dasselbe Prinzip

Die Winkel zwischen den Planeten sind nichts anderes als Teilungen des Kreises, von einem Punkt aus gemessen. Die Zweiteilung ergibt 180 Grad – die Opposition. Die Vierteilung ergibt 90 Grad – das Quadrat. Die Dreiteilung ergibt 120 Grad – das Trigon. Die Sechsteilung ergibt 60 Grad – das Sextil. Und die Zwölfteilung ergibt 30 Grad, das Halbsextil.

Daraus folgt eine hübsche Konsequenz: Trigone verbinden meist Zeichen desselben Elements, Quadrate meist Zeichen derselben Qualität. Die Ordnung des Tierkreises und die Systematik der Aspekte sind zwei Ansichten derselben Sache.

Die Achtteilung: der Oktopos, knapp

Bleibt eine Teilung, die in der üblichen westlichen Deutung nicht vorkommt: die Achtteilung des Kreises in Sektoren von je 45 Grad, gelegentlich Oktopos genannt. Sie gehört zur Uranischen Astrologie, also zur sogenannten Hamburger Schule, die im 20. Jahrhundert entstand und konsequent mit einem 45-Grad-Raster arbeitet – dort werden Horoskope auf einer 45-Grad-Skala gezeichnet und Konstellationen in diesem Raster gesucht.

Für den Einstieg braucht man diese Tradition nicht, und wer sie nicht verwendet, verliert nichts: Ihre Winkel tauchen in der gewöhnlichen Deutung längst auf, nämlich als Halbquadrat mit 45 Grad und Sesquiquadrat mit 135 Grad, beides behandelt die Seite Nebenaspekte in der Astrologie. Wer tiefer einsteigen will, sollte wissen, dass es eine Spezialtradition mit eigenen Begriffen und eigenen hypothetischen Faktoren ist – und keine Erweiterung, die man nebenbei mitnimmt.

Welche Teilung wann?

In der Praxis geht man von grob nach fein. Zuerst die Zweiteilung: Wo liegt das Gewicht, oben oder unten, östlich oder westlich? Dann die Vierteilung: Welche Quadranten sind besetzt, wie sieht die Elementbilanz aus? Erst danach die Zwölfteilung: Welches Zeichen, welches Haus, welcher Grad? Diese Reihenfolge verhindert den häufigsten Fehler – eine Einzelstellung zu deuten, ohne den Rahmen zu kennen, in dem sie steht.

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Häufige Fragen zu den Teilungen

Welche Teilungen gibt es im Horoskop?

Der Kreis von 360 Grad wird mehrfach geteilt: in zwei Hälften am Horizont, in vier Quadranten durch das Achsenkreuz, in zwölf gleiche Zeichen zu je 30 Grad und in zwölf ungleiche Häuser. In einer Spezialtradition kommt die Achtteilung in Sektoren von 45 Grad hinzu.

Was bedeutet die Zweiteilung des Horoskops?

Die Horizontlinie von Aszendent zu Deszendent teilt das Rad in eine obere Hälfte über dem Horizont und eine untere darunter. Häufen sich die Planeten oben, spricht man von einem stärker nach außen gerichteten Bild, unten von einem stärker nach innen gerichteten – eine Faustregel, keine Regel.

Was ist die Vierteilung?

Zwei Bedeutungen laufen unter diesem Wort. Erstens die vier Quadranten, die das Achsenkreuz aus AC, MC, DC und IC im Rad bildet, mit je drei Häusern. Zweitens die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser mit je drei Zeichen.

Warum wird der Kreis in zwölf Teile geteilt?

Weil 360 durch 12 ohne Rest teilbar ist und jedes Feld dadurch genau 30 Grad erhält. Die Zwölf verbindet außerdem die Vierteilung der Elemente mit der Dreiteilung der Qualitäten: vier mal drei ergibt zwölf Kombinationen, jede genau einmal.

Sind Zeichen und Häuser dieselbe Zwölfteilung?

Nein. Beide teilen den Kreis in zwölf Felder, aber nur die Zeichen sind gleich groß. Die Häuser werden aus Horizont und Meridian abgeleitet und sind deshalb verschieden breit; sie beginnen am Aszendenten, nicht bei 0 Grad Widder.

Was ist die Achtteilung oder der Oktopos?

Die Achtteilung zerlegt den Kreis in acht Sektoren von je 45 Grad. Sie gehört zur Uranischen beziehungsweise Hamburger Schule, die mit dem 45-Grad-Raster arbeitet; in der üblichen westlichen Deutung wird sie nicht verwendet, ihre Winkel erscheinen dort als Halbquadrat und Sesquiquadrat.